Künstliche Intelligenz verändert gerade still und leise das Suchverhalten im Internet –
und damit auch, wie Unternehmen online gefunden werden.
Dafür gibt es gute Gründe. Im ersten Vierteljahr 2024
hat Gartner in seine Studie verkündet, dass die klassische Online-Suche bei Suchmaschinen bis 2026 um ein Viertel schrumpfen wird. Das liegt daran, dass KI-Chatbots und virtuelle Agenten immer öfter die erste Anlaufstelle für Kundenanfragen sind. Herr Alan Antin, der Vizepräsident des Unternehmens, sagte: „
KI-basierte generative Lösungen werden Suchmaschinen ersetzen und die Art verändern, wie Nutzer Suchanfragen stellen. Bisher geschah das über herkömmliche Suchmaschinen.“
Es ist wenig überraschend, dass dieser Trend bis heute an Bedeutung gewonnen hat. Deshalb steht außer Frage, dass Unternehmen ihre Marketingstrategien anpassen müssen.
Der klassische Weg: mit SEO
In der Zeit vor dem Aufstieg von KI‑Chatbots wurden Suchergebnisse vor allem durch SEO und Paid Ads beeinflusst. Marketingspezialisten fokussierten sich auf die Optimierung von Suchmaschinen, indem sie geeignete Keywords auswählten, die Relevanz der Inhalte erhöhten und Titel sowie Meta-Beschreibungen optimierten.
Bevor die Ära der KI-Tools begann, folgte die digitale Customer Journey einem klaren, vorhersehbaren Ablauf: Ein Nutzer öffnete seinen Lieblingsbrowser, tippte den Produktnamen oder einige Kriterien ein und stellte die gefundenen Informationen aus mehreren Quellen gegenüber. Die Suchergebnisse hingen stark von SEO, bezahlter Sichtbarkeit und dem Suchverhalten der Nutzer ab.
Heute verändert sich die Kundenreise im Internet. Immer mehr Nutzer wenden sich zunächst an generative KI und erwarten darüber hinaus sofortige, personalisierte Antworten mit nur wenigen Klicks.
Der Übergang: Von der Suche zur Empfehlung
Es ist veraltet, dass Nutzer Stichwörter eingeben, mehrere Ergebnisse ansehen, Optionen vergleichen und dann eine fundierte Entscheidung treffen. Mit dem Aufstieg von KI-gestützten Tools und generativen Suchmaschinen sieht die Customer Journey heute ganz anders aus:
Gestern: Suchen → Klicken → Entscheiden
Heute: Fragen → KI fasst zusammen → Eine Empfehlung gegeben
Kunden verlassen sich zunehmend auf KI-Assistenten, die ihre Wünsche verstehen, relevante Daten abrufen und klare, verlässliche Antworten geben, anstatt endlos im Internet zu surfen. Neben der wachsenden Bedeutung und Verfügbarkeit von KI-Tools gibt es weitere Faktoren, die diesen Trend vorantreiben:
Der größte Trigger ist das Überangebot an Informationen. Die riesige Menge an Content macht es schwerer, die vielen Optionen zu verstehen. Die Menschen möchten immer öfter schnelle, klare und verlässliche Antworten, anstatt viele Seiten zu lesen.
Gleichzeitig übernimmt KI eine wichtige Filterfunktion. Lange bevor ein Nutzer auf einer Website landet, analysieren, fassen und filtern KI-Tools die verfügbaren Informationen und geben darüber hinaus sogar personalisierte Empfehlungen.
Der neue Weg: SEO + GEO (KI SEO)
Jeder Unternehmer hat bereits wahrgenommen, wie der Wandel von SEO zu GEO erfolgt, da seine Kunden aktiv daran beteiligt sind. Werfen wir nun einen Blick auf die geschäftliche Perspektive: Welche Chancen eröffnet die neue KI‑Ära für Unternehmen?
Heute reicht es nicht mehr aus, sich allein auf SEO zu verlassen, da diese Maßnahmen nicht mehr die frühere Wirkung erzielen. Das neue Ziel ist es, von generativer KI empfohlen zu werden. Damit verschiebt sich der Erfolg weg von Keywords, Meta‑Titeln und Rankings.
GEO erfordert noch etwas mehr: semantische Bedeutung, Vertrauen und strukturierte Daten, die KI verstehen und verarbeiten kann. Die eigentliche Frage lautet daher: Wie „liest“ die KI Ihre Website?
Wie leicht auffindbar, wie gut strukturiert und wie zuverlässig sind Inhalte? In einer Welt mit KI reicht es nicht mehr, nur unter den ersten zehn Suchergebnissen zu sein. Es ist wichtig, dass generative Suchmaschinen den Inhalt verstehen, ihn als verlässliche Quelle einstufen und auswählen.
Ganz einfach: Künstliche Intelligenz kann nur das empfehlen, was sie auch versteht.
Ein praktisches Beispiel: Wie KI entscheidet, was sie empfiehlt
Stellen Sie sich vor, Sie führen einen Online-Shop, der alles rund um Outdoor-Ausrüstung und -Bekleidung anbietet. Ein möglicher Käufer startet eine generative KI und gibt den folgenden Befehl ein:
„Finde einen wasserdichten, leichten und hochwertigen Rucksack, der für eine siebentägige Wanderung geeignet ist, weniger als 250 € kostet und innerhalb der nächsten Woche geliefert werden kann.“
Die KI sucht sofort in allen verfügbaren Quellen und vergleicht Produkte nach Preis, Gewicht, Kapazität, Materialien und anderen wichtigen Merkmalen. Innerhalb von Sekunden wählt sie die Option aus, die sie für die beste für den Kunden hält.
Nun kommen wir zum entscheidenden Punkt.
Sollten Ihre Produktinformationen unvollständig, inkonsistent oder unzureichend strukturiert sein, ist die KI nicht in der Lage, diese zu verarbeiten. Fehlen in Ihren Inhalten wichtige Attribute, Spezifikationen oder Bilder, haben Ihre Produkte kaum eine Chance, in einem KI-gesteuerten Erkennungsmodell aufgenommen zu werden.
In den Contentsteuerungmodellen ist das Ergebnis eindeutig: Wenn KI Sie nicht finden kann, ist eine Weiterempfehlung nicht möglich.
Werden KI-Chatbots traditionelle Suchmaschinen ersetzen?
Dieses Thema ist sowohl wichtig als auch spannend, weshalb man sich über die neuesten Erkenntnisse zum Online-Suchverhalten auf dem Laufenden halten sollte. Eine Zusammenfassung liegt bereits vor: Man sollte seine Online-Präsenz sowohl im Hinblick auf
SEO als auch auf
GEO im Auge behalten.
OneLittleWeb ist tief in die Daten von April 2023 bis März 2025 eingetaucht und damit endlich Licht ins Dunkel gebracht, wie wir alle im Netz nach Infos suchen und sie finden. Die Ergebnisse zeigen eine genauere Realität:
KI-Chatbots wuchsen stark, aber traditionelle Suchmaschinen hatten weiterhin den größten Anteil am Gesamtverkehr und der täglichen Nutzung.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:
- Das Nutzeraufkommen von KI‑Chatbots hat im Vergleich zum Vorjahr exponentiell zugenommen.
- Die täglichen Aufrufzahlen von ChatGPT sind trotz der großen Beliebtheit noch rund 26‑mal geringer als bei Google.
- GEO ergänzt aktuell die herkömmliche Suchmaschinenoptimierung (SEO), ohne sie zu ersetzen Die Kernaussage besteht nicht darin, dass Suchmaschinen verschwinden, sondern darin, dass die Auffindbarkeit von Inhalten zunehmend erschwert wird und sich das Nutzerverhalten infolge der schnellen Veränderungen und Weiterentwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz wechselt.
Angesichts dieser Erkenntnisse sollten die Informationen auf unserem Websiten leicht auffindbar sein.
Sie müssen klar, glaubwürdig und vertrauenswürdig sein. Außerdem sollten sie so aufgebaut sein, dass sowohl Menschen als auch Maschinen sie lesen und verstehen können. Die Sichtbarkeit hängt heute stärker als je zuvor davon ab, wie effektiv unsere Inhalte Informationen vermitteln – sowohl für unsere Kunden als auch für die KI-Systeme, die zunehmend Entscheidungen in ihrem Auftrag treffen.
Die Customer Journey verändert sich, und da die Datenqualität immer wichtiger wird, wird das Produktinformationsmanagement unverzichtbar.
Bereit, Ihr Unternehmen für die KI‑Ära auszurichten?